Gregor Maria Hoff (Autor / Autorin)

In Auflösung

Über die Gegenwart des römischen Katholizismus

Die katholische Kirche ist von Rom bestimmt. Das gilt geschichtlich mit den Aposteln Petrus und Paulus, vor allem aber mit der Herausbildung der Kultur des römischen Katholizismus. Im 16. und 19. Jahrhundert nahm dieses Modell von Katholizität eine besonders wirksame Form an. Der Catechismus romanus versprach Eindeutigkeit in der Lehre, die römische Rechtskultur garantierte Verlässlichkeit und das Missale Romanum gab dem universalen Selbstverständnis der katholischen Kirche liturgisch Raum. Der Papst sicherte diese Glaubenswelt im Zeichen seines Jurisdiktions- und Lehrprimats Zeit und Raum übergreifend. Auch wenn der Vatikan ein Attraktionsort anschaulicher Kircheneinheit bleibt: die religionssoziologischen Umbrüche der digitalen Weltgesellschaft dynamisieren dieses Bild. Die Koordinaten katholischer Kirchenorganisation verschieben sich vom Zentrum in die Ortskirchen. Es handelt sich um die religionskulturelle Auflösung des römischen Katholizismus. Dass dieser Prozess von Rom forciert wird, zumal im Zeichen einer synodalen Kirche, erweist sich als dramatische Ironie und zugleich als programmatisch.
31,00 CHF
Verfügbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bestellnummer: 9783451836848
ISBN/EAN: 9783451836848
von: Gregor Maria Hoff (Autor / Autorin)
Verlag: Verlag Herder
Produktart: E-Book
Format: E-Book / Digitalprodukt - Download
Auflage: 1
Sprache: Deutsch
Umfang: 224
veröffentlicht: 24.07.2023

Die katholische Kirche ist von Rom bestimmt. Das gilt geschichtlich mit den Aposteln Petrus und Paulus, vor allem aber mit der Herausbildung der Kultur des römischen Katholizismus. Im 16. und 19. Jahrhundert nahm dieses Modell von Katholizität eine besonders wirksame Form an. Der Catechismus romanus versprach Eindeutigkeit in der Lehre, die römische Rechtskultur garantierte Verlässlichkeit und das Missale Romanum gab dem universalen Selbstverständnis der katholischen Kirche liturgisch Raum. Der Papst sicherte diese Glaubenswelt im Zeichen seines Jurisdiktions- und Lehrprimats Zeit und Raum übergreifend.
Auch wenn der Vatikan ein Attraktionsort anschaulicher Kircheneinheit bleibt: die religionssoziologischen Umbrüche der digitalen Weltgesellschaft dynamisieren dieses Bild. Die Koordinaten katholischer Kirchenorganisation verschieben sich vom Zentrum in die Ortskirchen. Es handelt sich um die religionskulturelle Auflösung des römischen Katholizismus. Dass dieser Prozess von Rom forciert wird, zumal im Zeichen einer synodalen Kirche, erweist sich als dramatische Ironie und zugleich als programmatisch.
Eigene Bewertung schreiben
Nur eingetragene Benutzer können Rezensionen schreiben. Bitte einloggen oder erstellen Sie einen Account
© VLB Demo